Psalm 139 – Gott – allwissend und allgegenwärtig

12.11.2020

Von Lothar haben wir seinen Lieblingspsalm 139 zugesandt bekommen.

Er schreibt uns: „Ich darf glauben: Gott kennt mich.

ER kennt mein Herz; meine Sorgen, Ängste und Zweifel; meine Sehnsüchte, meine Ängste und meine Zweifel. ER weiß, was mich froh und was mich traurig macht, was mich aufbaut und was mich verletzt.

Vor IHM darf ich sein. Einfach sein. So wie ich bin. Brauch mich nicht zu verstellen, mir und IHM nichts vorzumachen, brauche keine „Rolle“ zu spielen.

Weil ER mir voll Liebe in die Augen schaut, darf ich mir auch in die Augen schauen. Weil ER „ja“ zu mir sagt, darf ich auch „ja“ zu mir sagen.

ER kennt mich und liebt mich trotzdem. Das gibt mir Mut. Und Hoffnung. Und Halt. Das stärkt mein Herz und lässt mich immer wieder aufstehen und weitergehen.

Lothar, November 2020

Angst vor Heuchelei

Lothar schreibt weiter zu seinem Erlebnis mit diesem Psalm:

Ich hatte immer Angst vor einem Doppelleben, vor Heuchelei.
Ist der Lothar, den die Menschen in meiner Umgebung erleben,
ein anderer als der, den ich selbst erlebe? Und wenn ja, welcher von beiden ist der „wirkliche`?

Bei der Trauerfeier für den Torwart Robert Enke, sagte Der Präsident von Hannover 96: „Robert war in Wirklichkeit ein ganz anderer, als der, den wir kannten!“ Wird man das an meinem Grab auch mal sagen? „Lothar war eigentlich ein ganz anderer als der, den wir kannten!? Da half mir Psalm 139!

Ich habe einen Gott!

Ich habe einen Gott, der mich kennt und trotzdem liebt.
Brutto. Mit allem.

Gott – allwissend und allgegenwärtig

1Ein Psalm Davids, vorzusingen.

HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

3Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.

5Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

6Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

7Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

8Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

9Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,

10so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,

12so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

13Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.

14Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

15Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.

16Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

17Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!

18Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Wenn ich aufwache, bin ich noch immer bei dir.

19Ach, Gott, wolltest du doch den Frevler töten! Dass doch die Blutgierigen von mir wichen!

20Denn voller Tücke reden sie von dir, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache.

21Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die sich gegen dich erheben?

22Ich hasse sie mit ganzem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.

24Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Eine Lösung zum Weihnachtskalender 2020:

„Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth.“ Lukas 1, 26